Worauf muss ich achten, damit das Testamten wirksam ist?

Es gibt grundsätzlich zwei Möglichkeiten rechtswirksam zu testieren. Einmal kann ein Notar mit der Errichtung eines öffentlichen Testaments beauftragt werden. Oder das Testament kann eigenhandschriftlich vom Testator geschrieben und unterzeichnet werden. Dabei ist darauf zu achten, dass das Testament deutlich als solches bezeichnet wird damit es im Erbfall auch als solches behandelt wird. Eheleute und eingetragene Lebenspartner können auch gemeinschaftlich testieren. Im Allgemeinen raten wir für die Ausformulierung des Testaments anwaltliche Unterstützung an. Dies deshalb, da der Experte geübt ist im Formulieren klarer testamentarischer Verfügungen.

Kann ich es nachträglich noch ändern?
Eine Änderung im Nachhinein ist grundsätzlich im Sinne der Testierfreiheit möglich. Es gilt grundsätzlich das zuletzt verfasste Testament. Dieses kann auch das vorhergehende Testament nur in Einzelheiten ergänzen, sodass auch das vorhergehende Testament seine Wirksamkeit entfaltet, aber nur soweit es nicht in Widerspruch zum Ergänzungstestament steht. Bei einem öffentlichen Testament ist zu beachten, dass dieses schon als widerrufen gilt, wenn es dem Testator vom Notar zurückgegeben wird. Dessen ungeachtet, kann auch ein öffentliches Testament durch ein eigenhandschriftliches Testament widerrufen oder ergänzt werden.

Ist ein notarielles Testament ratsam?
Im Einzelfall empfiehlt sich die Errichtung eines notariellen oder öffentlichen Testaments, um den späteren Erben den Aufwand eines Erbscheinantrages zu ersparen. In den meisten Fällen braucht der Erbe keinen Erbschein, wenn seine Erbenberechtigung sich aus einem notariellen Testament ergibt. Die Gebühr für das notarielle Testament ist meist kaum höher als die für die Beantragung des Erbscheins. Die Gebühren richten sich in beiden Fällen nach dem Vermögen des Testators bzw. dessen Nachlass.

Wann kann ein Testament angefochten werden?
Grundsätzlich dann, wenn ein sog. Anfechtungsgrund vorliegt. Ein solcher ist entweder dann gegeben, wenn der Testator bei der Testamentsabfassung einem Inhalts- oder Erklärungsirrtum unterlegen ist oder wenn der Testator einem Motivirrtum unterlegen ist. Ein Inhaltsirrtum liegt beispielsweise vor, wenn der Testator gar nicht daran denkt ein rechtswirksames Testament errichten zu wollen, sein Schriftstück aber als solches deutbar ist. Ein Erklärungsirrtum liegt immer dann vor, wenn der Testator sich verschreibt. Von einem Motivirrtum ist auszugehen, wenn der Testator einen bestimmten Umstand, der für seinen Testierwillen maßgeblich ist, irrtümlich als gegeben vorausgesetzt oder den Eintritt eines solchen Umstandes irrtümlich erwartet.

Wer erbt, wenn ich kein Testament aufsetze?
Dann gilt die sog. gesetzliche Erbfolge. Das Gesetz sieht vor, dass für den Fall, dass kein Testament errichtet wurde ggf. der Ehegatte bzw. der Lebenspartner gemeinsam mit den nächsten Verwandten eine Erbengemeinschaft bilden.

Bei weiteren Fragen berate ich Sie gerne:

RA Dr. Markus Arras, Notar
Fachanwalt für
– Erbrecht
– Steuerrecht
– Handels- und Gesellschaftsrecht

Bachgasse 1, 64404 Bickenbach

Telefon: 0 62 57 / 644 98 10
E-Mail: kanzlei@notariat-arras.de